Regionaler Honig unbelastet – Freizeitimker lassen Honig analysieren

„Imkerliches Handwerk ist die Basis für jeden guten Honig“, so Karsten Frömming, Vorsitzender der Freizeitimker Wümme-Region e.V.. Allerdings haben Imker keinen Einfluss auf Gifte, z.B. aus der Landwirtschaft, denen die Bienen ausgesetzt sind. Anlass genug für eine Gruppe Hobbyimker untersuchen zu lassen, ob Gifte im Honig nachweisbar sind und ob der eigene mit viel Liebe regional produzierten Honig bedenkenlos vertrieben und konsumiert werden kann.

Drei Substanzen stehen im Verdacht Honig zu belasten: Thiacloprid, Pyrrolizidinalkaloide und Glyphosat. Rapshonig und Frühtrachthonig sind im hohen Maße dem Spritzmittel Thiacloprid ausgesetzt, einem Insektizid aus der Gruppe der Neonicotinoide, welches im Rapsanbau eingesetzt wird. Bei einem Flugradius von drei Kilometern, kann ein Imker seine Bienen nicht immer vor dem Spritzmitteleinsatz schützen. In unserer Region ist Raps die einzige Massentracht. Mit ihr gelangt das Gift in den Honig. Erfreulicherweise blieben die Thiacloprid Rückstände in allen Proben deutlich unter dem gesetzlich zulässigen Grenzwert bzw. konnten nicht nachgewiesen werden.

Gleichzeitig wurden die Honige auf 250 andere Pestizide untersucht, von denen in keiner Probe Rückstände nachweisbar waren. Eine Probe Frühjahrshonig wurde zusätzlich auf Glyphosat untersucht, einem umstrittenen Herbizid, welches im Verdacht steht Krebs zu erzeugen. Zur Erleichterung der Imker, konnte auch Glyphosat nicht nachgewiesen werden. Im nächsten Jahre sollen Sommerhonige auf Glyphosat untersucht werden. Es besteht die Gefahr, dass dieses Spritzmittel über den Nektar u.a. von Kornblumen seinen Weg in den Honig findet.

Jakobskreuzkraut, welches sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet hat, kann zu einer gesundheitlich bedenklichen Belastung von Sommerhonig mit Pyrrolizidinalkaloide führen. Jedoch konnten in zwei durchgeführten Analysen keine Pyrrolizidinalkaloide nachgewiesen werden.

Die beteiligten Imkerinnen und Imker haben für acht Analysen in einem angesehenen Bremer Lebensmittellabor gemeinsam ca. 1000 Euro investiert. „Bei zwei bis zehn Bienenvölkern ist das natürlich wirtschaftlicher Wahnsinn.“ Dennoch sind Frömming und Kollegen froh zu wissen, dass sie messbar einen guten und unbelasteten Honig regional produzieren können.

Schreibe einen Kommentar